30. Tübinger Sozialpädagogiktag

Herausgeforderte Professionalität

Traditionslinien, Gegenwartsbestimmungen und neue Aufgaben der Sozialpädagogik

In den letzten 30 Jahren wird die Entwicklung sozialpädagogischer Professionalität begleitet durch einen vielschichtigen Wandel ihrer Institutionen. Klassische Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe wurden ausdifferenziert. Neue Hilfeformen für die gesamte Spanne des Lebenslaufs sind entstanden.

Methodische Zugänge veränderten sich – teils im Zuge sozialpolitischer und wirtschaftlicher Rahmenbedingungen, teils in Reaktion auf veränderte Lebensbedingungen von AdressatInnen. Die Verwissenschaftlichung von Ausbildung und wissensgestützte Reformstrategien haben dazu beigetragen, den institutionellen Wandel zu gestalten, Theoriebildung und Forschung zu beeinflussen. Zwischen Profession und Disziplin konnte sich so ein fruchtbares Verhältnis herausbilden. Neuere Entwicklungen in nahezu allen Bereichen der Sozialpädagogik weisen nun darauf hin, dass sich das „Koordinatensystem“ der Sozialpädagogik im institutionellen Feld sozialer Arbeit verschiebt. Werden die Arbeitsfelder zukünftig weniger im klassischen Kernbereich der Sozialpädagogik zu finden sein, sondern sich vielmehr zunehmend auf andere Sektoren (Gesundheitswesen, Erwachsenenbildung, Bildungswesen u. a.) ausdehnen? Bilden sich neue Konfliktlinien in Bezug auf Armut, Geschlechterverhältnis und Migration? Welche Folgen ergeben sich aus den Veränderungen für das Gesamtprofil Sozialer Arbeit? Und führt die sich zur Zeit vollziehende Umstellung von Diplom-, Bachelor- und Master-Studiengängen an den Hochschulen zu einer Veränderung von Fachlichkeit, die letztlich erhebliche Auswirkungen auf berufliches Handeln und die Gestaltung institutionellen Wandels haben wird? Der 30. Tübinger Sozialpädagogiktag nimmt diese Fragen zum Anlass, den Wandel von professionellen Rahmenbedingungen und wissenschaftlichen Aufgaben zu thematisieren und dabei fachliche Traditionslinien mit den sich abzeichnenden neuen Herausforderungen zu konfrontieren.

Das Programm finden Sie hier noch einmal zum Download.

Einige der gehaltenen Vorträge und Workshop-Beiträge stehen ebenfalls zum Download zur Verfügung:

Workshop 1: Bildungsaufgaben der Sozialen Arbeit wiederentdeckt oder aufgenötigt?

Workshop 4: Kommunikative Planung versus neue Steuerungsmodelle in der Sozialen Arbeit


Friedrich Ortmann, Universität Kassel


Margarete Finkel, Jugendamt Stuttgart


Franz Hermann, Fachhochschule Esslingen


Ulrich Bürger, KVJS